Latein

Latein ist Tot - es lebe Latein

…so lautet der Titel eines Buches von Wilfried Stroh über die Wichtigkeit der oft totgesagten Sprache Latein auch in unseren Zeiten. Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, Latein zu lernen:

Latein ist die Sprache der Römer, der Kirche, der Wissenschaften, der Verwaltung und des Rechts. Naturwissenschaften, Medizin, Rechts- und Staatswissenschaften, Sozialwissenschaften, Geschichte, moderne europäische Fremdsprachen: Alle setzen Lateinkenntnisse voraus.   Deshalb gilt diese Sprache auch nach dem Ende des Römischen Reiches als Basissprache Europas. Viele Universitäten, an denen man diese Fächer studieren kann, verlangen als Zugangsvoraussetzung das Latinum, oder wenigstens brauchbare Lateinkenntnisse.

Über das Medium lateinischer Texte kann man wichtige  Entwicklungen zurückverfolgen: zentrale Ideen der Wissenschaften, des Staatswesens,  heute noch allgemeingültiger Rechtsgrundsätze und anderer wichtiger Merkmale der abendländisch-europäischen Kultur werden durch die lateinischen Texte vermittelt. Deswegen ist die  Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur historischen Kommunikation, also zum Dialog mit der Vergangenheit, eine zentrale Aufgabe des Lateinunterrichtes. Somit fördert er die kulturelle und interkulturelle Kompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Als Gegenstand des Unterrichts ist das Lateinische keine Sprache, die der unmittelbaren Verständigung dient, sondern es stellt als überschaubares System ein Modell von Sprache dar, das sich aufgrund der historischen Distanz in besonderer Weise für sprachreflektierendes Arbeiten anbietet, d.h. zum Vergleich des Lateinischen mit der Muttersprache und zu Überlegungen, wie Sprache überhaupt funktioniert.

Am GSO ist Latein die 2. Fremdsprache, die neben Französisch als Alternative ab der 6. Klasse im Differenzierungsbereich I gewählt werden kann. Der Lateinlehrgang der Sekundarstufe I ist am GSO ein A-Kurs, d.h. er umfasst die Jahrgangsstufen 6-9, an deren Ende die Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Kompetenzen erworben haben, leichte und mittelschwere lateinische Originaltexte zu erschließen, zu übersetzen und zu interpretieren.

Im Zuge der individuellen Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler besteht am GSO die Möglichkeit im Rahmen des Differenzierungsbereiches I ab Klasse 6 sowohl Französisch als auch Latein zu wählen. Die Schülerinnen und Schüler treffen diese Wahl auf Vorschlag der Schule im Zusammenwirken mit den Eltern (Drehtürmodell).

In der Sekundarstufe II findet der Lateinunterricht als Fortführung der A-Kurse aus der Sek I in der 10. Klasse statt und vermittelt bei erfolgreicher Teilnahme die Berechtigung auf dem Abiturzeugnis das Latinum bescheinigt zu bekommen.

Nach dem Prinzip der Zweisprachigkeit werden in dieser Phase des Unterrichtes lateinische Originaltexte erarbeitet. Diese vermitteln Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen der lateinischen Sprache, der lateinischen Literatur, der kulturellen Hintergründe des Lateinischen und der Rezeption und Tradition lateinischsprachiger Texte.