Exkursion zur Steinwache Dortmund

Die Klasse 9a in der Mahn- und Gedenkstätte in Dortmund

Am Donnerstag, den 29. Juni 2017, besuchte die Klasse 9a des Gymnasium Schloss Overhagen die Mahn- und Gedenkstätte in Dortmund. Dort erfuhren die Schüler einiges über die alte Steinwache. Sie entstand 1906 und diente als Sitz des 5. Polizeireviers, welches für die Nordstadt zuständig war.

Den Schülern wurden durch den Rundgang die wichtigsten und bedeutendsten Ereignisse und Strategien der Steinwache erklärt. Zunächst führte der Rundgang in das Aufnahme- und Vernehmungszimmer, in dem sich Auszüge aus einem Buch befanden, in dem stand, welche Tat die Häftlinge begangen haben. Dann ging es weiter zum Verhör, in diesem Fall zum sogenannten "verschärften Verhör". Dabei wurden den Gefangenen Informationen durch Foltern entlockt. Hierzu wurde eine originale Zeugenaussage vorgelesen, in der eine Frau ihre Festnahme und Folter beschreibt. Sie war politisch aktiv, hörte damit jedoch auf, aus Angst festgenommen zu werden. Trotzdem wurden sie und ihr Mann festgenommen. Ihr wurde mit Erschießung und Entführung ihrer Kinder gedroht. Sie wurde an Händen und Füßen gefesselt, beschimpft und dann mit eingeseiften Händen geschlagen. 9 Tage hintereinander  wurde sie dermaßen gefoltert. Als sie sich umbringen wollte, hinderte sie die Polizei.

Kaum zu glauben, wie Häftlinge früher behandelt wurden. Dann gab es da noch die sogenannten ,,Isolationszellen''. Diese waren extrem klein und beinhalteten keine Gegenstände. Als Toilettenersatz diente ein Eimer und bei beispielsweise einer 6-fachen Überbelegung, die dort manchmal herrschte, kann man sich gut vorstellen, dass die Luft stickig und nicht besonders hygienisch war. Diese Zellen galten oft auch als ,,Mordzelle''. Neben der körperlichen Folter, die Häftlinge sowieso erleiden mussten, erlitten sie in diesen Zellen zusätzlich eine mentale Folter.

Die Gefängnisse waren oft gleich aufgebaut: Eckige Formen, schmale Flure, Treppen die ineinander übergehen, einen guten Blick auf alle Etagen, Doppelstahl- Metall-Türen und Gitter gegen Selbstmorde. Alles erinnert einen ein wenig an die typischen amerikanischen Gefängnisse, die man aus Filmen kennt. An fast allen Türen konnte man Ausbruchsspuren sehen, die darauf hinweisen, dass die Insassen mit Gegenständen, manchmal auch mit Heizkörpern, versuchten die Türen aufzubrechen. Allerdings mussten sie darauf achten, dass gerade niemand in der Nähe war, da selbst bei leichtem Klopfen, ein lautes, stumpfes Geräusch entsteht.

Zum Frühstück bekamen die Häftlinge 2 Scheiben Brot, die jedoch zusammen nur 80 Gramm wiegen durften, zum Mittagessen gab es meist Suppen oder

Eintöpfe aus Resten vom Essen der Polizisten. Wenn es also beispielsweise Kartoffeln gab, bekamen die Insassen eine Suppe aus Kartoffelschalen. Am Abend gab es dann sozusagen die Reste von den Resten vom Mittag mit Brot.

Der zweite Teil bestand daraus, dass die Schüler sich in Gruppen aufteilten und eigenständig verschiedene Themen bearbeiteten, welche sie dann der ganzen Klasse vorstellten. Ein Thema war u.a. ,,Die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung 1939-1945''. Dabei ging es um die Diskriminierung und Verfolgung von Juden um 1939-1945. 

Es war schon ein komisches Gefühl an dem Ort zu sein, an dem sich all diese Geschichten abspielten, das musste die ganze Klasse zugeben.

So sind wir der Geschichte unseres Landes ein Stück näher gekommen.

Wir möchten uns im Namen der Klasse 9a bei Frau Zschocke und Herrn Brandt für diese Erfahrung bedanken. Unser besonderer Dank gilt Viktoria Heppe, die an diesem Tag für unseren Rundgang zuständig war und uns die alte Steinwache gezeigt hat.

Von Chiara Di Maio und Alexandra Dressler