Faust im Schloss

Zunächst waren wir skeptisch, wie ein Schauspieler allein das Werk auf die Bühne bringen und die verschiedenen Protagonisten inszenieren kann. Jedoch wurden wir äußerst positiv überrascht.

In der Teufelsschule, die er als Rahmenhandlung integrierte, erklärte er die anfänglich schwer zu verstehende Geschichte vom verzweifelten Doktor Faust, indem er uns als Schüler dieser Teufelsschule in das Theaterstück einband. So wurden zum Beispiel Schüler zur Handlung einer bestimmten Szene befragt oder sollten Textzeilen vortragen. Dies sorgte für eine lockere Atmosphäre zwischen Schauspieler und Publikum.

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In den gespielten Szenen schrieb der Schauspieler jeder Figur charakteristische Gestik und Mimik zu, sodass er auch allein alle Rollen ausfüllen konnte.  Dabei kamen die Gefühle der Figuren nicht zu kurz. Marthe wurde zum Beispiel sehr überspitzt dargestellt, sodass ihr Charakter deutlicher hervortrat. Insgesamt brachte Voigt die Atmosphäre gut zum Ausdruck.

SzenenfotoNach der Inszenierung des Stückes war Herr Voigt bereit, mit uns über seine Interpretation des Stückes zu sprechen, welche uns noch einmal zum Nachdenken anregte. So stellte er Mephisto als den Manipulierenden dar, brachte Faust groß, herrschaftlich und scheinbar überlegen auf die Bühne. Er benannte ihn als Hauptschuldigen für Gretchens Tragödie. Wir stellten noch einige Fragen, die ausführlich und ehrlich beantwortet wurden. Seine Bereitwilligkeit, aus seinem Leben als Schauspieler zu erzählen, fanden wir beeindruckend. Unter anderem sprach er darüber, wie er auf das Stück kam: Am Silvesterabend fiel ein Buch aus dem Regal und riss einen Porzellanengel mit sich – dieses Buch war der Faust. 

Unser Fazit: Unsere anfängliche Skepsis erwies sich durch seine schauspielerischen Fähigkeiten als unbegründet - denn es war ein sehr empfehlenswertes Stück, das uns beim Verständnis des Stückes geholfen hat.

(Q1 Deutsch Gk 1)

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