Communication Problems

Monty-Python-Genie John Cleese hatte sich mit seiner damaligen Frau Connie Booth die Geschichten über den cholerischen, ständig überforderten Hotelbesitzer Basil Fawlty auf den schlaksigen Leib geschrieben. Im Rahmen der „Schultheatertage“ auf der Studiobühne präsentierte die GSO Drama Group (leider ohne Erwähnung der Vorlage) eine sehr gelungene englischsprachige Bühnenfassung der Serie, basierend auf der legendären Folge „The Germans“ sowie den Episoden „Waldorf Salad“ und eben „Communication Problems“. Basil Fawlty leitet ein nicht unbedingt erstklassiges Hotel an der englischen Südküste, und auch charakterlich ist der zu Wutausbrüchen neigende Antiheld nicht gerade für den Job geeignet. Trotzdem ist dieser Donald Duck des Hotelwesens nicht einfach nur eine Witzfigur. In seinem immerwährenden Kampf gegen seine resolute Frau, unfähiges Personal und penetrante Gäste entwickelt man echtes Mitgefühl für diesen letztlich grundsympathischen Underdog.

Darsteller

Gegen das übermächtige Original anzuspielen, ist keine leichte Aufgabe, doch Nils Entsfellner meistert sie hervorragend. Natürlich ist er kein John Cleese. Weil einfach niemand John Cleese ist — in den letzten Jahren oft nicht einmal John Cleese selbst. Doch wenn sich sein Fawlty mit der schwerhörigen Mrs. Richards (Anna Knorr) herumschlägt, wenn er verzweifelt versucht, für den Amerikaner Mr. Hamilton (Marvin Tigges) einen Waldorfsalat zu machen — obwohl er nicht die geringste Ahnung hat, was das ist — oder seinen Wettgewinn vor Gattin Sybil (Katharina Schulte-Arens) zu verheimlichen, ist das absolut hinreißend. Mindestens ebenso viel darstellerisches und komödiantisches Talent beweist Liam Rennekamp, der den total verpeilten, des Englischen kaum mächtigen spanischen Kellner Manuel gibt, der auf jede noch so klare Anordnung mit einem verständnislosen „Que?“ antwortet. „Fawlty Towers“ hat einige Jahrzehnte auf dem Buckel, verstaubt ist die Komik deshalb noch lange nicht. Das zeigt die Overhagener Inszenierung (Leitung: Michael Rennekamp) sehr deutlich. So stolpert Basil im Verlaufe des Abends von einer Katastrophe zur nächsten, bis es zum finalen Eklat kommt und er vor seinen verstörten deutschen Gästen als Hitler-Karikatur auf und abmarschiert — obwohl er selbst doch vorher allen im Hotel den wohl berühmtesten Satz der Serie eingeschärft hatte: „Don’t mention the war!“

Quelle: Der Patriot vom 04.06.2015

Bilder von der Aufführung des Literaturkurses:

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Dank an den Leiter der Gruppe

Darsteller