Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Seit Jahresbeginn 2016 kümmert sich unsere Schule aktiv um die Beschulung und Integration von inzwischen acht Flüchtlingskindern, unter denen auch unbegleitete Minderjährige sind, die ohne Eltern in Lippstadt leben. Die Kinder und Jugendlichen stammen aus verschiedenen Ländern und bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen bezüglich ihrer persönlichen Lebenssituation, ihres Alters, ihres allgemeinen Bildungsstandes sowie ihrer Deutschkenntnisse mit. Einige der Kinder und Jugendlichen haben niemals zuvor eine Schule besucht und sind somit weder in der deutschen Sprache noch in ihrer Muttersprache alphabetisiert gewesen, als sie an unsere Schule kamen.

Alle Flüchtlingskinder sind an unserer Schule einer Regelklasse zugeordnet worden, damit sie dort möglichst viel Kontakt zu deutschen Kindern und Jugendlichen erfahren. Zudem erleben sie dort feste Strukturen und Routinen, welche ihnen Sicherheit geben sollen. Problematisch ist allerdings, dass die Deutschkenntnisse der Flüchtlingskinder bislang bei Weitem nicht ausreichen, um dem Unterricht in der Regelklasse aktiv folgen zu können. Trotz der Defizite auf der sprachlichen Ebene zeigen sich unsere deutschen Schülerinnen und Schüler sehr bemüht darin, ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler in die Klassengemeinschaft einzubinden. Unsere Schule unterstützt diese Integrationsbemühungen auch beispielsweise dahingehend, dass wir versuchen, die Flüchtlingskinder auf Klassenfahrten und Tagesausflüge mitzunehmen. Auf diese Weise beabsichtigen wir, die Kinder und Jugendlichen stärker in die Klassengemeinschaften zu integrieren.

Neben dem Besuch des Regelunterrichts werden die Flüchtlingskinder an unserer Schule ehrenamtlich von ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern in der deutschen Sprache unterrichtet. Hierzu hat die Schule feste Räume eingerichtet, um für alle Beteiligten klare räumliche Strukturen zu schaffen. Das Team aus ehemaligen Lehrkräften wird unterstützt durch einige Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule, die die Flüchtlingskinder in ihren Freistunden ehrenamtlich betreuen. Die Lehrkräfte haben zuvor die dreitägige Fortbildungsreihe "Blicke weiten - Zuhause im Kreis Soest: Deutsch als Zweitsprache an weiterführenden Schulen" des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Soest besucht und dort wesentliche Grundlagen im Umgang mit Flüchtlingskindern sowie deren Beschulung in der deutschen Sprache erfahren.

Zudem haben sich zwei Lehrkräfte unserer Schule durch die Teilnahme an der Traumata-Schulung vom Kommunalen Integrationszentrum Soest weiter fortgebildet. 

Da der Deutschunterricht durch ehemalige und aktive Lehrerinnen und Lehrer nur einige Schulstunden pro Tag umfasst, haben wir ein Patensystem mit Schülerinnen und Schülern unserer Oberstufe etabliert. Neben der Ausweitung des Deutschunterrichts verfolgt unsere Schule damit den weiteren Gedanken, die Flüchtlingskinder noch verstärkt mit deutschen Schülerinnen und Schülern in persönlichen Kontakt zu bringen. Zugleich beabsichtigen wir hierdurch, das soziale Engagement unserer deutschen Schülerschaft zu fördern und deren Offenheit und Toleranz gegenüber Mitmenschen anderer Herkunft zu stärken. Somit entsteht letztendlich eine Win-win-Situation für alle unsere Schülerinnen und Schüler.

Die intensive, ehrenamtliche Arbeit mit Integrationskindern am GSO wurde im Mai 2016 in einem kurzen Filmbeitrag dokumentiert. Für diese intensive Integrationsarbeit ist das GSO von der Landrätin Frau Irrgang mit einer Urkunde ausgezeichnet worden.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.schule-ohne-rassismus.org/startseite/startseite/