Sozialcurriculum

In dem von unserer kleinen Schulgemeinschaft gemeinsam entwickelten Leitbild steht das „Miteinander leben“ an erster Stelle. Diesen Bildungsauftrag nehmen wir am GSO ernst und daher begleiten wir die Schülerinnen und Schüler zur Übernahme von sozialer Verantwortung. Wir betonen das Miteinander, weil die Schule nicht nur ein Ort der Fach- und Wissensvermittlung ist, sondern ein Ort, wo die Schülerinnen und Schüler und wir Lehrende einen großen Teil unserer Zeit verbringen.

Das gemeinsame Lernen und Leisten kann nur dann erfolgreich sein, wenn Schule durch ein wertschätzendes Miteinander, eine Atmosphäre der Achtsamkeit, des gegenseitigen Respekts und der freundlichen Unterstützung geprägt ist.

Das GSO möchte die bewusste Vermittlung sozialer Kompetenzen in Zukunft besonders ernst nehmen. In NRW gibt es nur wenige Schulen mit einem solchen Curriculum, was ab dem Schuljahr 2017/2018 am Gymnasium Schloss Overhagen umgesetzt wird.

Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass die Erwerbsarbeit die Eltern unserer Schülerinnen und Schüler immer stärker fordert und dass sich Familienleben und Erziehung dadurch verändert haben. Gleichzeitig verbringen die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit im Nachmittagsunterricht und im Offenen Ganztag bei uns. Nach wie vor ist für uns die Familie der wichtigste Ort für Erziehung, Förderung und Stärkung der Kinder, gleichzeitig betonen moderne Bildungspläne an den Schulen neben dem Bildungs- auch den Erziehungsauftrag sowie das respektvolle Miteinander und das soziale Engagement im Schulalltag.

Soziales Engagement fördert ein gutes Lernklima in der Schule und damit auch die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Mädchen und Jungen. Gleichzeitig öffnet dies unsere Schule noch stärker nach außen -  für das Heimatdorf und die Stadt Lippstadt sowie für gesellschaftliche Aufgaben und Übernahme von Verantwortung.

Nach einschlägigen Beschreibungen von zum Beispiel WHO und UNESCO sollte die Schule auch helfen, Kernkompetenzen wie z. B. Selbstwahrnehmung, Empathie, kreatives und kritisches Denken sowie Kommunikations- und Entscheidungsfähigkeit nicht nur im Unterricht einzuüben, sondern Gelegenheit geben, sie in sozialen Aufgabenfeldern praktisch zu festigen.  

Das tut jedem Kind und jedem Jugendlichen persönlich gut, nicht zuletzt auch dem Alltag am GSO sowie der dörflichen und städtischen Gesellschaft. Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, macht dabei wertvolle persönliche Erfahrungen, entwickelt Selbstbewusstsein, Offenheit und Sensibilität für öffentliche Fragen und Probleme und erkennt bei sich neue soziale sowie praktische und organisatorische Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Neben der Schülervertretung gibt es bei uns schon z. B. „Jugend debattiert“, „Schüler helfen Schülern", die Streitschlichter, den Schulsanitätsdienst, die Lesepaten für Flüchtlinge, „Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage", die Medienscouts...  In all diesen Bereichen engagieren sich unsere Schülerinnen und Schüler intensiv. Ab dem Schuljahr 2017-2018 werden sich alle Mädchen und Jungen aus den beiden 8. und 9. Klassen in unserer Schule oder auch außerhalb mit mindestens 15 Stunden ehrenamtlich einbringen. Dabei werden sie von Frau Schäfer und Herrn Gesterkamp unterstützt, eine Idee für eine soziale Tätigkeit zu finden, Erfahrungen auszutauschen und die geleisteten Stunden zu notieren. Beim Verlassen der Schule erhält dann jede Schülerin/ jeder Schüler für die geleistete Arbeit eine Bescheinigung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in Form eines "Sozialdiploms".